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Gedenkveranstaltung zum 09. November in Wolfhagen

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Mit einer bewegenden und sehr emotionalen Gedenkveranstaltung gedachten am Freitagabend,

09. November 2018, viele Wolfhagerinnen und Wolfhager an die Geschehnisse der Novemberpogrome vor genau 80 Jahren, die mit der Zerstörung der Synagogen und jüdischer Geschäfte am 09. November 1938 ihren grausamen Anfang genommen hatten.

 

Nach der würdevollen, musikalischen Einleitung durch das Brassemble der Wilhelm-Filchner Schule, unter der Leitung von Studienrat Florian Pohlmann, begrüßte Bürgermeister Reinhard Schaake die Anwesenden und bedankte sich bei den Mitgliedern des Vorbereitungskreises „09. November“, sowie allen Mitwirkenden, die diese Gedenkveranstaltung inhaltlich gestaltet hatten.

 

Die Schülerinnen Dilara Seker, Eva Maria Zarrath und Annalisa Margraf der Geschichtswerkstatt der Wilhelm-Filchner Schule, verlasen Redebeiträge zum Thema „Konferenz von Evian“. Unter anderem auch, dass der 09.11.2018 ein Tag mit zahlreichen Gedenkanlässen versehen sei. Das Ende des

30-jährigen Krieges liegt an diesem Tag 400 Jahre zurück (1618-1648), 100 Jahre Ende des Ersten Weltkrieges und Ausbruch der Novemberrevolution 1918, als auch 85 Jahre Ernennung Adolf Hitlers zum deutschen Reichskanzlers am 30. Januar 1933.

 

Anhand dieser Ereignisse sollten an diesem Freitagabend besonders die Geschehnisse des Jahres 1938 thematisiert werden, die durch Intoleranz, Rassismus und Gewalt einen derartigen Wendepunkt der antisemitistischen Judenpolitik Deutschlands auslösten. Deshalb sollte besonders an das Schicksal der Emigranten Wolfhagens erinnert werden, wie etwa das der drei köpfigen Familie Katzenstein.

 

In der Konferenz von Evian trafen sich die Delegationen aus neun europäischen Ländern, fast aus allen Nord-und südamerikanischen Staaten sowie aus Australien und Neuseeland, wobei Polen und Rumänien nur Beobachter schickte. Unter den Konferenzteilnehmern waren fast 40 jüdische und nichtjüdische Hilfsorganisationen. Das Deutsche Reich und das faschistische Italien waren nicht eingeladen worden, um sich über das Problem der rapide ansteigenden Flüchtlingszahlen von Juden des Deutschen Reichs und Österreichs zu beraten.

 

Diese Konferenz kam ergebnislos zum Ende, welches die Nationalsozialisten mit Befriedigung hinnahmen und anfingen darüber zu spotten, dass selbst die westlichen Demokratien nicht bereit waren Juden aufzunehmen.

 

In Wolfhagen und Breuna kam es seit dem Morgen des 9. Novembers zu Übergriffen auf jüdische Familien und Boykottierungen jüdischer Geschäfte. Einige Tage zuvor gab es bereits Gerüchte, dass die am 1. November verkaufte Synagoge in Brand gesetzt werden sollte. Gegen 10 Uhr kamen anscheinend vier bis fünf LKWs aus der SS Kaserne Bad Arolsen in Wolfhagen an.

 

Gegen halb elf startete diese Gruppe von Männern zusammen mit einigen Wolfhagern NSDAP-Mitgliedern den ersten erfolglosen Versuch das Synagogengebäude in der heutigen Mittelstraße, damalige Adolf-Hitler Straße 15, in Brand zu setzen. Im Laufe des Tages kommt es zu weiteren Überfällen unter den Augen und der Beteiligung der Wolfhager Bevölkerung.

Zunächst wurden alle jüdischen Einwohner im Gebäude des Amtsgerichts in der Burgstraße festgehalten.

 

Hermann Katzenstein (geb. 09.04.1882 in Frankershausen) war von 1919 - 31.03.1933 Lehrer an der israelischen Volksschule Wolfhagen, bevor er schließlich am 12.11 - 08.12.1938 im KZ Buchenwald als „Aktionsjude“ inhaftiert wurde. Seine Ehefrau, Pauline Katzenstein geb. Amram (geb. 03.12.1883 in Zwesten) war Hausfrau und Mutter von 2 Kindern, Tochter Bärbel „Berti“ Katzenstein (geb. 15.02.1910), und Sohn Alfred (Walter) Katzenstein (geb. 21.04.1916).

Familie Katzenstein verzog von Wolfhagen nach Frankfurt, von dort gelang ihnen die Rettung vor den Judenverfolgungen durch die Flucht in das britische Mandatsgebiet Palästina.

Am Gebäude der Gerichtsstraße 3 enthüllten Bürgermeister Reinhard Schaake und Stadtverordnetenvorsteher Burkhard Finke in Erinnerung an die Familie Hermann Katzenstein sowie die „ehemalige jüdische Schule“ zwei Gedenktafeln.

 

 

Inschriften zum Gedenken an die Familie Katzenstein

Hier wohnten

Hermann Katzenstein, geboren am 09.04.1882

in Frankershausen (heute Berkatal am Hohen Meißner),

1919-1933 Lehrer an der Israelitischen Volksschule Wolfhagen,

im Rahmen der sogenannten Judenaktion

der nationalsozialistischen Regierung

12.11.-08.12.1938 im KZ Buchenwald inhaftiert,

mit seiner Ehefrau Pauline Katzenstein geb. Amram,

geboren am 03.12.1883 in Zwesten,

Tochter Bärbel „Berti“ Katzenstein, geboren am 15.02.1910 und

Sohn Alfred Katzenstein, geboren am 21.04.1916.

Die Familie Katzenstein verzog während der NS-Zeit von Wolfhagen nach Frankfurt/Main.

Von dort aus gelang ihnen die Rettung vor der Judenverfolgung

durch die Flucht in das britische Mandatsgebiet

Palästina am 17.10.1939.

 

Die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Wolfhagen

 

Inschriften zum Gedenken an die jüdische Schule

 

Jüdisches Schulhaus

mit Lehrerwohnung und Mikwe (Rituelles Tauchbad)

1859-1933

Die Schule wurde auf Anordnung der kommunalen Behörden

am 1. April 1933 geschlossen

und am 1. Januar 1934 endgültig aufgelöst.

 

Die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Wolfhagen

 

Am Standort der ehemaligen Synagoge sprach Dekan Dr. Gernot Gerlach über die grauenhaften und menschenunwürdigen Geschehnisse, die sich vor genau 80 Jahren in Wolfhagen abspielten, als unschuldige Familien wegen ihres Glaubens voneinander getrennt und getötet wurden und die Nationalsozialisten alle Synagogen in dieser Nacht zerstörten, einschließlich der Wolfhager Synagoge.

 

Nach den beeindruckenden und einfühlsamen Worten des Dekans wurden Friedenskerzen verteilt, die gemeinsam unter musikalischer Begleitung des Posaunenchors entzündet wurden, bevor der Gedenkzug weiter zum Gedenkstein am „Platz der Freiheit“ ging.

Hier hielt Pfarrer Prus die Abschlussrede, bei der er unter anderem an alle ehemaligen jüdischen Mitbürger.



Dienstag, 11.12.2018


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